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Schwierige Zeiten für den Fachhandel? Ohne Frage. Schwache Konjunktur, weniger Geburten, verunsicherte Konsumenten – die Liste ist lang. Und trotzdem: Auf der EK FUN 2026 zeigt sich ein anderes Bild. Der Handel arbeitet an Konzepten, stärkt Partnerschaften und sucht aktiv nach Wegen zurück auf Wachstumskurs. Stillstand sieht anders aus.

Was konkret dahintersteckt – und wie EK Retail seine Händler jetzt fit machen will – lesen Sie im Interview mit André Babenhauserheide.


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INSIDER

FIT AUF HOHEM LEVEL
Von Ulrich Texter

Die Rahmenbedingungen könnten rauer kaum sein: schwächelnde Konjunktur, sinkende Geburtenzahlen und verunsicherte Konsumenten. Und doch zeigt sich auf der EK FUN 2026 in Bielefeld, dass der Fachhandel keineswegs auf der Stelle tritt. Mit neuen Konzepten, starken Partnerschaften und einer klaren Strategie will EK Retail seine Händler fit für die kommenden Monate machen – und setzt dabei stärker denn je auf Service, Sichtbarkeit und Gemeinschaft.

Das Herz der Baby- und Spielwarenbranche schlägt jedes Frühjahr in Bielefeld. Davon ist die EK Retail überzeugt, wenn sie alljährlich zur Frühjahrsmesse EK FUN und in den Showroom der VEDES lädt. Auch 2026 bot die Mehrbranchenplattform alles auf, um „Lichtblicke“ für Handel und Familien zu kreieren, so das Versprechen. Vom 22. bis 23. April präsentierten über 120 Aussteller inklusive zahlreicher Newcomer auf dem „gewinnbringenden Treffpunkt für die Baby- und Spielwarenbranche“ ihre Produktneuheiten, angesagte Lizenzthemen und Private Labels, Trends aus der Spielwaren- und Babywelt sowie Marketingprogramme und attraktive Messekonditionen, die als Booster den Umsatz im Einzelhandel in den nächsten Monaten ankurbeln sollen. So weit, so gut, so vorhersehbar.

Das Fitnessprogramm braucht der Einzelhandel allerdings mehr denn je. Zwar steht die EK Retail mit den Herausforderungen, mit denen Deutschland zu kämpfen hat, nicht allein da, aber das macht die Sache auch nicht besser. Die konjunkturelle Entwicklung verlor im ersten Quartal angesichts des Konflikts im Nahen Osten spürbar an Fahrt. Auch die Stimmung bei den Verbrauchern, die sich zu Jahresbeginn leicht aufhellte, trübte sich mit Beginn des Iran-Kriegs ein. Und wäre das alles nicht schon genug, meldete Eurostat ein historisches Tief bei den Geburten in Europa. Das Statistische Bundesamt legte jetzt nach. Kein Wunder also, dass EK-Retail-Vorstand Jochen Pohle (CRO) angesichts „der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen und politischen Unsicherheiten den Ausbau der Wettbewerbsposition unserer Handelspartner an erster Stelle“ sieht.

Im Vorfeld der Frühjahrsmesse, die traditionell im Zeichen von Spielwaren und Babyartikeln steht, kündigten die Ostwestfalen die Überarbeitung und Erweiterung des „MEHR-für-Partner“-Programms für ihr Markenstore-Konzept happybaby an. Gleichzeitig wird der Großhandelsservice ausgebaut. Was sich dahinter verbirgt, was 2026 boostet und dem Handel sonst noch auf der EK FUN Spaß gemacht hat, darüber sprachen wir mit André Babenhauserheide, General Manager EK Home Baby & Toys.

André Babenhauserheide, General Manager EK Home Baby & Toys.

Herr Babenhauserheide, Ihr Chief Retail Officer Jochen Pohle sagte vor einem Jahr, dass die EK Retail nach Anpassungen im Unternehmen ein gutes Fitnesslevel erreicht hat. Einen Tag vor der EK FUN präsentierte der Vorstand der EK-Vertreterversammlung die Zahlen für 2025. Wie fit ist die EK-Gruppe heute?

André Babenhauserheide: Wenn man Fitness nicht auf kurzfristige Höchstleistungen ausrichtet, sondern auf Ausdauer, Beweglichkeit und Kraft anlegt, bewegt sich EK nach wie vor auf einem hohen Level. Wir verfügen über eine gute Liquidität, sind in der Lage, schnell auf die Veränderungen der Märkte zu reagieren, und arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung unserer Performance und der Optimierung interner Prozessabläufe. Dazu zählen die Stärkung unseres Produktportfolios, die permanente Schärfung unserer Kernbausteine, der konsequente Einsatz moderner Technologien und datengetriebener Entscheidungsprozesse und natürlich auch die Weiterentwicklung unserer Handelspartner und des EK-Teams. Das ist unsere Definition von Fitness. Und dann noch ein Satz zu den Zahlen: Der Gesamtumsatz der EK-Gruppe belief sich 2025 auf rund 2.033 Mio. Euro und liegt damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Das Jahresergebnis war ebenfalls positiv.

Die EK bespielt acht Business-Units, u. a. die Einheit „Home“, zu der happybaby zählt. 2025 kamen unter anderem Krümelchen, Jungmann in Bozen und 4mybaby an Bord, im April littlesunshine in Goslar. Der Markt für Baby- und Kinderausstattung bleibt dennoch hart. Im März meldete Eurostat ein historisches Tief bei den Geburten in Europa. Wie schlug sich 2025 das EK-Flaggschiff? Der Bereich musste ja 2024 ein Minus von 8,8 % hinnehmen.

André Babenhauserheide: Die breite Aufstellung der EK spiegelt sich auch innerhalb der Business-Units wider. Bei EK Home sprechen wir von den Sub-Units Electrical Appliances, Housewares und Baby & Toys. Mit Blick auf Letztere, die ich verantworte, kann ich klar sagen, dass wir bei Baby & Toys alle Umsatzziele erreicht haben. Das hat nicht nur mit unserer guten Positionierung auf der Einkaufsseite zu tun, sondern vor allem mit unserer Leistungsfähigkeit in Vertrieb und Marketing. Hier arbeiten wir gemeinsam mit den Handelspartnern daran, die Endverbraucher dort abzuholen, wo sie stehen – stationär und im Netz. Dass uns das ganz gut gelingt, kann man u. a. an den genannten happybaby-Neuzugängen sehen. Und das Ende der Fahnenstange sehe ich noch längst nicht erreicht, denn wir halten unser Markenstore-Konzept immer am Puls des Marktes. Aktuell bringt das „MEHR-für-Partner“-Programm frischen Wind in die Geschäfte. Es zielt darauf ab, unsere Händler durch ein Plus an Qualität, Service und Marketing erfolgreicher zu machen. Und dass EK grundsätzlich eine gute Heimat für den Babyfachhandel ist, zeigt übrigens auch der Beitritt der Mitglieder der Verbundgruppe Baby-Rose im vergangenen Jahr. Die Kollegen aus der Schweiz machen uns in jeder Hinsicht stärker.

Hat man in diesem Markt nur noch eine Chance, wenn man das richtige Konzept fährt, und welches Potenzial sehen Sie noch im Markt?

André Babenhauserheide: Ich denke, der Handel hat mit einem guten Konzept deutlich bessere Erfolgschancen. Wir verzeichnen gerade in schwierigen Zeiten bei den Unternehmen Firmenkonjunkturen, die auf Shoplösungen wie happybaby setzen. Das optimierte, zentral gesteuerte Handling des Konzeptes hält den Händlern den Rücken frei und gibt ihnen Zeit und Raum, sich wirklich um ihre Kunden zu kümmern. Und das ist gerade in unserer beratungs- und serviceintensiven Branche der größte Trumpf. Unsere Konzept-Partner sehen sich klar positioniert, denn sie und ihre Geschäfte stehen dort, wo sie stehen sollen: im Mittelpunkt. happybaby sorgt für mehr Sichtbarkeit durch gezieltes Online-Marketing, mehr Profil durch exklusive Serviceleistungen am PoS und mehr Kontakt durch professionelle Kundenbindungsinstrumente. Diese „MEHR für Familien“ überzeugt und macht mich sehr zuversichtlich, dass auch die happybaby-Familie weiterwächst.

Messen sind zu Netzwerktreffen und Kommunikationsplattformen mutiert. Wie groß war denn die Einkaufs-Lust der Händler in diesem Jahr auf der EK FUN?

André Babenhauserheide: Die EK FUN war wie immer super organisiert und hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig persönliche Begegnungen, Verlässlichkeit und partnerschaftlicher Austausch für unseren Fachhandel sind – gerade in herausfordernden Marktphasen. Trotzdem sind unsere Messen immer auch Orderveranstaltungen, denn nur wer die richtigen Sortimente mit auskömmlicher Spanne am jeweiligen Standort hat, kann erfolgreich handeln. Entsprechend groß war das Interesse an den Angeboten, die wir gemeinsam mit über 120 Ausstellern und Dienstleistern auf die Messefläche gebracht haben. Ein Fokus-Thema war die aktuelle Weiterentwicklung des happybaby-Konzeptes. Hier haben wir u. a. das mit dem neuen Dienstleister socialPals erarbeitete Social-Media-Konzept vorgestellt.

Ihre finanziellen Leckerlis dürften sicherlich beim Ordern geholfen haben, oder?

André Babenhauserheide: Dass gute Valuten immer ein Booster für die Kauflaune waren, versteht sich. Das haben unsere oft langjährigen Industriepartner genauso gemerkt wie die Newcomer, die zum ersten Mal dabei waren. Kurz zurück zu Ihrem Eingangsstatement: Messen werden immer dann zu besonderen Netzwerkknotenpunkten, wenn man passende Akzente setzt. Ein solcher war unsere Abendveranstaltung auf der „World of Fun“-Fläche. In entspannter, spielerischer Atmosphäre – ob bei Speed Puzzle, HITSTER, Kicker, Torwandschießen, Flip 7 oder Mölkky-Schach – wurden neue Verbindungen geknüpft und alte aufgefrischt. Dieser Messeausklang hat den Charakter der Zusammenarbeit mit unseren Partnern 1:1 widergespiegelt.


Auch das ist Messe: Neue Verbindungen knüpfen beim Speed Puzzling auf der "World of Fun"-Fläche.

Den Holzspielwarenhersteller small foot haben Sie ins Großhandelsportfolio aufgenommen, den Wettbewerber Little Dutch eine deutsche Adresse spendiert. Was wird jetzt anders und was haben Ihre Partner davon, die ja üblicherweise gerne direkt bestellen möchten?

André Babenhauserheide: Gute und vertrauensvolle Partnerschaften sind der Master Key zum unternehmerischen Erfolg. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht immer. Wir begegnen unseren Lieferanten fair und mit Respekt und sind beidseitig an einer guten Zusammenarbeit interessiert. Das gilt auch für junge und kreative Unternehmen wie die Markenservice-Partner little dutch und small foot, die unsere Mitglieder jetzt ab EK-Großhandelslager ordern können. Beide Firmen haben tolle, trendige Produkte im Portfolio, die die Sortimente unserer Händler nachhaltig besser machen. Weitere Vorteile liegen im einfachen und effizienten Bestell- und Lieferprozess über das EK-Online-Portal, in den attraktiven Direkteinkaufskonditionen, der ständigen Präsenz auf den EK-Messen und in der Verfügbarkeit von vorgeplanten Modulen für unsere Flächenkonzepte. Gleichzeitig können sich die Marken im Fachhandel langfristig etablieren und ihre Sichtbarkeit gerade im stationären Bereich weiter ausbauen. Die ersten gemeinsamen Marketingaktivitäten auf Social Media haben wir mit Little Dutch und small foot bereits zu Ostern auf den Weg gebracht.

Welche Produkte oder Unternehmen standen in diesem Jahr sonst noch im Fokus der Messe?

André Babenhauserheide: Das ist im Detail schwer zu fassen, denn die EK FUN bietet eine Fülle von Neuheiten und Trends aus unserer Branche, darunter Baby- und Kids-Fashion, alles für den Schulanfang, Mal- und Bastelartikel, Bücher, Spiele u. v. m. Umlagert waren auf jeden Fall die Aussteller, die die Messe zur Erstpräsentation ihrer neuesten Produkte genutzt haben. Klar ist, dass der Lizenzartikel-Boom einer der Hauptumsatztreiber bleibt. Parallel zieht die KI in Form individualisierbarer und interaktiver Spielwaren verstärkt in die Kinderzimmer ein. Dauerbrenner sind Themenfelder wie Kreativitätsförderung und Nachhaltigkeit – auch für diese Bereiche haben sich die Messebesucher stark interessiert.

 

Mit Little Dutch und small foot gibt zwei neue Markenservice-Partner

Die letzten Jahre waren geprägt vom Boom chinesischer Billig-Shopping-Plattformen. Wie hat happybaby auf diese Entwicklung reagiert? Mit dem Ausbau der Private Labels wie etwa babyworld, um preislich attraktive Angebote zu haben?

André Babenhauserheide: Billiganbieter wie Temu, Shein & Co. lassen jede realistische Preiskalkulation zur Makulatur werden. Diesen Preiskampf machen wir nicht mit, denn ich bin überzeugt davon, dass die Freude über die günstigen Preise in sehr vielen Fällen nicht lange anhalten wird. Wer billig kauft, kauft bekanntlich zweimal. Der Fachhandel setzt auf Qualität, individuelle Beratung und persönlichen Service – das sind Leistungen, die ihren Preis wert sind. Viele Menschen wissen das, und es können durch enttäuschte Käufer auf den genannten Plattformen noch mehr werden. Starke Argumente für den Kauf im Fachgeschäft liefern auch Private Labels wie babyworld und babyface – beide stehen für Vielfalt, Top-Qualität, Exklusivität ausschließlich in den happybaby-Häusern und herausragende Margen. Davon konnten sich unsere Messegäste in Bielefeld überzeugen.

Ihr Fazit über die beiden Tage: Konnten Sie Lichtblicke für den Handel kreieren oder bleibt das Glas halb leer?

André Babenhauserheide: Es waren zwei Messetage mit greifbarem Mehrwert – fachlich, strategisch und menschlich. Eben genau das, wofür EK Retail und happybaby stehen. Die positive Resonanz unserer Handelspartner hat deutlich gemacht, wie hoch der Bedarf an Orientierung, Differenzierung und konkretem Mehrwert aktuell ist. Deshalb sage ich noch einmal vielen herzlichen Dank an alle Partner, Aussteller und Kollegen, die diese Messe möglich gemacht haben. Gemeinsam stärken wir den Fachhandel – mit klaren Konzepten, starken Services und einer starken Gemeinschaft. Und für mich ist das Glas übrigens immer halb voll!

Herr Babenhauserheide, wir bedanken uns für das Gespräch.

 FACTS & FIGURES
120+ Aussteller bringen frische Sortimente auf die Fläche
2.033 Mio. Euro Umsatz hält die EK-Gruppe stabil auf Kurs
100 % Zielerreichung zeigt die Stärke von Baby & Toys
1 Programm mit Mehrwert pusht Service, Marketing und Profil im Handel
2 neue Markenpartner sorgen für zusätzliche Frequenz im Sortiment
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EINE RUNDE SACHE
Pünktlich zum Anpfiff der Fußballweltmeisterschaft 2026 der Männer in den USA und Mexiko liefert WAS IST WAS wieder das geballte Wissen zum Lieblingssport. Wir gehen der Frage nach, wer wirklich besser ist - Messi oder Ronaldo? Gemeinsam werfen wir einen Blick in die Kabinen. Wir reisen durch die Geschichte des Fußballsports und fragen nach, was Teamgeist ausmacht!

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