Herr Babenhauserheide, Ihr Chief Retail Officer Jochen Pohle sagte vor einem Jahr, dass die EK Retail nach Anpassungen im Unternehmen ein gutes Fitnesslevel erreicht hat. Einen Tag vor der EK FUN präsentierte der Vorstand der EK-Vertreterversammlung die Zahlen für 2025. Wie fit ist die EK-Gruppe heute?
André Babenhauserheide: Wenn man Fitness nicht auf kurzfristige Höchstleistungen ausrichtet, sondern auf Ausdauer, Beweglichkeit und Kraft anlegt, bewegt sich EK nach wie vor auf einem hohen Level. Wir verfügen über eine gute Liquidität, sind in der Lage, schnell auf die Veränderungen der Märkte zu reagieren, und arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung unserer Performance und der Optimierung interner Prozessabläufe. Dazu zählen die Stärkung unseres Produktportfolios, die permanente Schärfung unserer Kernbausteine, der konsequente Einsatz moderner Technologien und datengetriebener Entscheidungsprozesse und natürlich auch die Weiterentwicklung unserer Handelspartner und des EK-Teams. Das ist unsere Definition von Fitness. Und dann noch ein Satz zu den Zahlen: Der Gesamtumsatz der EK-Gruppe belief sich 2025 auf rund 2.033 Mio. Euro und liegt damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Das Jahresergebnis war ebenfalls positiv.
Die EK bespielt acht Business-Units, u. a. die Einheit „Home“, zu der happybaby zählt. 2025 kamen unter anderem Krümelchen, Jungmann in Bozen und 4mybaby an Bord, im April littlesunshine in Goslar. Der Markt für Baby- und Kinderausstattung bleibt dennoch hart. Im März meldete Eurostat ein historisches Tief bei den Geburten in Europa. Wie schlug sich 2025 das EK-Flaggschiff? Der Bereich musste ja 2024 ein Minus von 8,8 % hinnehmen.
André Babenhauserheide: Die breite Aufstellung der EK spiegelt sich auch innerhalb der Business-Units wider. Bei EK Home sprechen wir von den Sub-Units Electrical Appliances, Housewares und Baby & Toys. Mit Blick auf Letztere, die ich verantworte, kann ich klar sagen, dass wir bei Baby & Toys alle Umsatzziele erreicht haben. Das hat nicht nur mit unserer guten Positionierung auf der Einkaufsseite zu tun, sondern vor allem mit unserer Leistungsfähigkeit in Vertrieb und Marketing. Hier arbeiten wir gemeinsam mit den Handelspartnern daran, die Endverbraucher dort abzuholen, wo sie stehen – stationär und im Netz. Dass uns das ganz gut gelingt, kann man u. a. an den genannten happybaby-Neuzugängen sehen. Und das Ende der Fahnenstange sehe ich noch längst nicht erreicht, denn wir halten unser Markenstore-Konzept immer am Puls des Marktes. Aktuell bringt das „MEHR-für-Partner“-Programm frischen Wind in die Geschäfte. Es zielt darauf ab, unsere Händler durch ein Plus an Qualität, Service und Marketing erfolgreicher zu machen. Und dass EK grundsätzlich eine gute Heimat für den Babyfachhandel ist, zeigt übrigens auch der Beitritt der Mitglieder der Verbundgruppe Baby-Rose im vergangenen Jahr. Die Kollegen aus der Schweiz machen uns in jeder Hinsicht stärker.
Hat man in diesem Markt nur noch eine Chance, wenn man das richtige Konzept fährt, und welches Potenzial sehen Sie noch im Markt?
André Babenhauserheide: Ich denke, der Handel hat mit einem guten Konzept deutlich bessere Erfolgschancen. Wir verzeichnen gerade in schwierigen Zeiten bei den Unternehmen Firmenkonjunkturen, die auf Shoplösungen wie happybaby setzen. Das optimierte, zentral gesteuerte Handling des Konzeptes hält den Händlern den Rücken frei und gibt ihnen Zeit und Raum, sich wirklich um ihre Kunden zu kümmern. Und das ist gerade in unserer beratungs- und serviceintensiven Branche der größte Trumpf. Unsere Konzept-Partner sehen sich klar positioniert, denn sie und ihre Geschäfte stehen dort, wo sie stehen sollen: im Mittelpunkt. happybaby sorgt für mehr Sichtbarkeit durch gezieltes Online-Marketing, mehr Profil durch exklusive Serviceleistungen am PoS und mehr Kontakt durch professionelle Kundenbindungsinstrumente. Diese „MEHR für Familien“ überzeugt und macht mich sehr zuversichtlich, dass auch die happybaby-Familie weiterwächst.
Messen sind zu Netzwerktreffen und Kommunikationsplattformen mutiert. Wie groß war denn die Einkaufs-Lust der Händler in diesem Jahr auf der EK FUN?
André Babenhauserheide: Die EK FUN war wie immer super organisiert und hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig persönliche Begegnungen, Verlässlichkeit und partnerschaftlicher Austausch für unseren Fachhandel sind – gerade in herausfordernden Marktphasen. Trotzdem sind unsere Messen immer auch Orderveranstaltungen, denn nur wer die richtigen Sortimente mit auskömmlicher Spanne am jeweiligen Standort hat, kann erfolgreich handeln. Entsprechend groß war das Interesse an den Angeboten, die wir gemeinsam mit über 120 Ausstellern und Dienstleistern auf die Messefläche gebracht haben. Ein Fokus-Thema war die aktuelle Weiterentwicklung des happybaby-Konzeptes. Hier haben wir u. a. das mit dem neuen Dienstleister socialPals erarbeitete Social-Media-Konzept vorgestellt.
Ihre finanziellen Leckerlis dürften sicherlich beim Ordern geholfen haben, oder?
André Babenhauserheide: Dass gute Valuten immer ein Booster für die Kauflaune waren, versteht sich. Das haben unsere oft langjährigen Industriepartner genauso gemerkt wie die Newcomer, die zum ersten Mal dabei waren. Kurz zurück zu Ihrem Eingangsstatement: Messen werden immer dann zu besonderen Netzwerkknotenpunkten, wenn man passende Akzente setzt. Ein solcher war unsere Abendveranstaltung auf der „World of Fun“-Fläche. In entspannter, spielerischer Atmosphäre – ob bei Speed Puzzle, HITSTER, Kicker, Torwandschießen, Flip 7 oder Mölkky-Schach – wurden neue Verbindungen geknüpft und alte aufgefrischt. Dieser Messeausklang hat den Charakter der Zusammenarbeit mit unseren Partnern 1:1 widergespiegelt.